Nicht-invasive Bestimmung des kindlichen Rhesusfaktors (RhD)

Pränatale Diagnostik aus mütterlichem Blut - Präzise Diagnostik für eine gezielte Rhesusprophylaxe

Nicht-invasive Bestimmung des kindlichen Rhesusfaktors (RhD)

Die nicht-invasive pränatale Diagnostik (NIPD) des kindlichen Rhesusfaktors (RhD) aus mütterlichem Blut zählt zu den bedeutendsten Fortschritten der modernen Immunhämatologie. Bereits ab der 12. Schwangerschaftswoche kann anhand zellfreier fetaler DNA im Blut rhesusnegativer Schwangerer der fetale RhD-Status mit hoher diagnostischer Sicherheit bestimmt werden.

Die Untersuchung ermöglicht eine individuelle Betreuung rhesusnegativer Schwangerer und trägt dazu bei, unnötige Rhesusprophylaxen zu vermeiden sowie Risikoschwangerschaften gezielt zu überwachen.

Klinischer Nutzen

Gezielte Indikationsstellung für die Rhesusprophylaxe

Bei rhesusnegativen Schwangeren ist der Fetus in etwa 40 % der Fälle ebenfalls RhD-negativ. In diesen Schwangerschaften besteht kein Risiko einer RhD-Sensibilisierung, sodass eine pränatale Anti-D-Prophylaxe nicht erforderlich ist.

Die Bestimmung des fetalen RhD-Status ermöglicht daher:

  • Vermeidung unnötiger Anti-D-Prophylaxen
  • gezielten Einsatz des humanen Plasmapräparats ausschließlich bei Schwangeren mit RhD-positivem Fetus
  • Schonung wertvoller Blutprodukte

 

Betreuung alloimmunisierter Schwangerer

Bei bereits gegen RhD immunisierten Schwangeren (Anti-D-Antikörperträgerinnen) erlaubt die Untersuchung eine frühzeitige Einschätzung des Risikos einer Morbus haemolyticus neonatorum (MHN).

Ist der Fetus RhD-negativ, besteht kein Risiko einer hämolytischen Erkrankung durch Anti-D-Antikörper. Eine intensive fetale Überwachung kann in diesen Fällen vermieden werden.

Untersuchungsmethode

Die Analyse erfolgt mittels hochsensitiver molekularbiologischer Verfahren, die zellfreie fetale DNA (cfDNA) aus der Plazenta im mütterlichen Blut nachweisen.

Das diagnostische Verfahren basiert auf dem international etablierten SAFE-Protokoll und wurde durch zusätzliche Qualitätskontrollen österreichischer Expertengruppen weiter optimiert. Dadurch wird eine hohe diagnostische Sicherheit gewährleistet.

Vorteile auf einen Blick

  • Nicht-invasive Bestimmung des fetalen RhD-Status aus mütterlichem Blut
  • Durchführung bereits ab der 12. Schwangerschaftswoche
  • Hohe diagnostische Sicherheit
  • Vermeidung unnötiger Anti-D-Prophylaxen
  • Unterstützung der Betreuung alloimmunisierter Schwangerer
  • Schonung wertvoller Blutprodukte
  • Einfache Blutabnahme und Versand bei Raumtemperatur

 

Die nicht-invasive RhD-Diagnostik ermöglicht eine sichere, frühzeitige und gezielte Betreuung rhesusnegativer Schwangerer und schafft die Grundlage für eine individuelle und gezielte Rhesusprophylaxe.

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